Interview CEO
4 Minuten

Gesundheitsversorgung ohne Umwege

Klar strukturierte Prozesse, gut abgestimmte Übergänge und ein gemeinsames Verständnis für die Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten sind entscheidend für eine funktionierende Gesundheitsversorgung. Spitex Zürich setzt deshalb konsequent auf Kooperation und Integration. CEO Markus Reck erläutert, welche Ziele damit verbunden sind und wie integrierte Gesundheitsversorgung im städtischen Umfeld konkret wirkt.

Warum ist Zusammenarbeit für Spitex Zürich ein so zentrales Thema?

Markus Reck: Unser Fokus liegt immer bei unseren Kundinnen und Kunden. Die meisten Menschen, die wir begleiten und unterstützen, haben gesundheitliche Beschwerden. Unser Anspruch ist es, ihnen das Leben nicht zusätzlich durch unklare Zuständigkeiten, organisatorische Hürden oder Missverständnisse zu erschweren. Alles soll reibungslos laufen, wenn sie ins Spital müssen, von dort heimkommen oder Abklärungen bei Haus- oder Fachärztinnen und -ärzten haben. Eine enge Zusammenarbeit mit diesen und allen anderen Akteuren hilft uns, Patientenpfade einfacher, verständlicher und verlässlicher zu gestalten.

Dazu braucht es gemeinsam definierte Prozesse, intern darauf abgestimmte Abläufe und transparente Kommunikation. Gleichzeitig steigert gute Zusammenarbeit auch die Effizienz und spart Kosten, was allen Beteiligten zugutekommt.

Wo setzt Spitex Zürich bei der Integration besonders an?

Unsere Schwerpunkte liegen in der Stadt Zürich, für die wir als Spitex, gemäss städtischem Auftrag, die Grundversorgung sicherstellen. Wir haben in Zürich viele Spitäler, Pflegeheime, Arztpraxen, Apotheken sowie spezialisierte Kliniken. Das heisst, wir haben viele Schnittstellen mit sehr unterschiedlichen Partnern. Nicht nur, aber besonders bei komplexen Fällen ist es entscheidend, dass alle Beteiligten frühzeitig eingebunden sind und gemeinsam planen.

Welche Rolle spielt dabei die Pflege?

Die Integration erfolgt nicht nur organisatorisch oder medizinisch, sondern liegt bei Spitex Zürich zuerst bei Pflege und Betreuung. Pflegefachpersonen bringen eine ganzheitliche Perspektive ein, die medizinische, pflegerische und soziale Aspekte berücksichtigt. Diese Sicht ist besonders wichtig, wenn Menschen zu Hause in ihrem individuellen Umfeld versorgt werden.

Welche Bedeutung hat die Digitalisierung?

Digitalisierung unterstützt eine effiziente Zusammenarbeit, etwa durch schnelleren Informationsaustausch und nachvollziehbare Abläufe. Entscheidend ist, dass digitale Lösungen sinnvoll eingesetzt werden und den Menschen dienen. Sie ersetzen jedoch den persönlichen Austausch nicht. Zu unserem grossen Leidwesen hinkt die Schweiz bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen hinterher. Bis das angekündigte elektronische Gesundheitsdossier funktioniert, wird es noch eine Weile dauern – und dieses ist nur ein Aspekt. Die Investitionen in digitale Lösungen innerhalb der Gesundheitsbetriebe und für deren Kommunikation untereinander werden erheblich sein. Leider ist die Finanzierung aus heutiger Sicht noch nicht genügend geregelt, obwohl wir hier keine Zeit verlieren dürfen.

Welche Verantwortung trägt Spitex Zürich im städtischen Gesundheitswesen?

Als grösste Spitex-Organisation der Deutschschweiz, die in der Stadt Zürich monatlich über 5’500 Menschen pflegt, betreut und im Haushalt unterstützt, müssen wir vernetzt sein. So sind unsere mehr als 1’500 Mitarbeitenden täglich mit unzähligen Partnern wie Spitälern, Arztpraxen, Apotheken, Physiotherapie-Anbietern, Kliniken und vielen mehr in Kontakt. Daraus ergibt sich eine wichtige koordinierende und integrierende Rolle. Auf diese Weise leben wir den Austausch täglich, teilen Erfahrungen und tragen zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in der Stadt Zürich bei.

Für uns ist klar: Kooperationen sind offen gedacht. Sie dienen nicht der Abgrenzung, sondern der Verbesserung der Versorgung. Unser Fokus liegt auf Effizienz, Qualität und Nutzen für die Kundinnen und Kunden, auf Zusammenarbeit auf Augenhöhe und nicht auf Exklusivität.

Wann ist aus Ihrer Sicht Zusammenarbeit erfolgreich?

Kooperationen erfüllen ihren Zweck immer dann, wenn sich unsere Kundinnen und Kunden gut begleitet fühlen, wir ihnen das Gefühl geben, dass sie sich um (fast) nichts kümmern müssen, und die Übergänge zwischen den Partnern nahtlos funktionieren. So ist Zusammenarbeit erfolgreich. Das ist das Ziel und an diesem werden wir weiterarbeiten!